ECKART BARTNIK
ENTZUG — FELS

Über Dauer, Materialität und die Grenzen des Sehens
Anorganische Materie liegt außerhalb unserer Erfahrungswelt. Gestein zeigt eine eigenständige Präsenz in Flächen, Kanten und Übergängen. Seine Formen entstehen durch Erosion. Oberfläche wird zum Geschehen, Dunkelheit erzeugt Spannung.
Was sich unserem Verständnis entzieht, wird zur Projektionsfläche – besonders dort, wo Wahrnehmung abstrakte Schönheit erkennt. Entzieht man den Bildern ihre vertrauten Bezugspunkte, lösen sich Landschaft und Maßstab auf. Zurück bleiben Zustände reiner Materialität.
Spuren organischen Lebens erscheinen als flüchtige Ablagerungen auf einer Dauer, die sich menschlichen Maßstäben entzieht. Gegenüber der geologischen Zeit des Gesteins sind sie nur kurze Berührungen. In diesem Verhältnis schrumpft auch unsere Gegenwart zu einem Moment.
Mich interessiert der Augenblick, in dem Wahrnehmung ihre Begrenztheit erkennt – wenn Sehen der Erklärung entkommt und das Bild nicht interpretiert, sondern ausgehalten wird.













