ECKART BARTNIK
GRENZFLÄCHEN (2010-2026)
An Grenzflächen berühren sich Gestein, Zeit und das Werden von Leben.
Die Fotografien entstehen an den verwitterten Sandsteinfelsen des Pfälzerwaldes – Orte, die mich immer wieder anziehen, ohne dass ich es ganz erklären kann. Unter Überhängen und in Rissen bilden sich mineralische Kontaktzonen, in denen Wasser durch den Stein sickert und Moose, Flechten, Algen und Bakterien die porösen Oberflächen besiedeln. Farbe, Spur und Textur entstehen aus langsamen Prozessen von Erosion und Wachstum.
Mineralische Interfaces gelten als mögliche Schauplätze früher chemischer Prozesse der Erde. Hier trafen Wasser, Gase und Energie aufeinander – Bedingungen für die ersten Schritte zum Leben. Die Fotografien bewegen sich zwischen geologischer Materialität und der Vorstellung eines frühen, noch werdenden Lebensraums.
Die Bilder sind abstrakte Interpretationen dieser Erfahrungen. Vertraute Maßstäbe lösen sich auf, die Felsen öffnen sich zu Bildräumen, in denen Mikro- und Makrokosmos ineinander übergehen. In einer Gegenwart, die zunehmend von Unsicherheit geprägt ist, wird Wahrnehmung zu einem offenen Prozess: Bedeutung entsteht im Sehen, während die sichtbare Realität in den Hintergrund tritt.


















