01_7221_Pile_VersBd_A3_Hochwasser_Eckart_Bartnik.jpg

FLUT-Skulpturen

Flut-Skulpturen

Die vom Fluss zurückgelassenen, bizarren Skulpturen aus Treibgut boten die einzige Orientierung inmitten des Chaos der Flut.

Wie mahnende Zeugen standen die aus abgerissenen Ästen, herausgerissenen Sträuchern, Bäumen und zivilisatorischem Treibgut verknäuelten Figuren in der geschundenen Landschaft. Das Ahrtal war in der Nacht zum 15. Juli 2021 von einer beispiellosen Flut heimgesucht worden. 134 Menschen starben, kein Haus in der Nähe der Ahr blieb unversehrt, kein Stein auf dem anderen.

Während der Aufräumarbeiten entstanden aus dem zusammengesammelten Müll und Schrott weitere abstruse Gebilde, die spontanen Installationen glichen.  Gleichsam so, als ob die Katastrophe dem Neuanfang mit ihren kreativen Schöpfungen aus der untergegangenen Welt einen Weg bereiten will.

Die fotografische Inszenierung macht die Flut-Skulpturen zu stillen Zeugen unruhiger Zeiten, in denen Natur und Zivilisation kollidieren und zu Vorboten des auch in Deutschland um sich greifenden Klimawandels werden. Entstanden aus der Synthese von entfesselter Naturgewalt und menschlichen Habseligkeiten zeigen die Flut-Skulpturen eine grausam-schöne Ästhetik in dystopisch anmutender Landschaft.